Sehenswürdigkeiten
Kulturbauten und Sehenswürdigkeiten
Rathaus
Die Geschichte des heutigen, überwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäudes bzw. des vorher an dieser Stelle stehenden Baues ist bis ins hohe Mittelalter zurückzuverfolgen. Es handelte sich ursprünglich um ein Söllnerhaus, eine "Hofstatt", die 1492 das erste Mal als "Freihof" genannt wurde.<br />
Im 16. Jahrhundert betrachtete man das Gebäude als "Edelhof". Anstelle des verfallenen Gebäudes wurde im Jahr 1755 ein barocker Neubau errichtet. Er diente der Herrschaft Forchtenstein als "Amtshaus", von dem aus die Betreuung der herrschaftlichen Eigenbauwirtschaft erfolgte. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts - zur Zeit der Aufhebung der Grundherrschaften - ging das Haus von der Familie Esterházy in den Besitz der Gemeinde Marz über und wurde ab 1873 samt einem Zubau bis zur Fertigstellung der neuen Schule 1932 als Volksschule verwendet. Die Räume im Untergeschoß dienten ab 1932 als Requisitendepot der Freiwilligen Feuerwehr.
1980 wurde der Edelhof nach einer umfassenden Renovierung zu einem Rathaus umgestaltet, dessen neue Räumlichkeiten im September desselben Jahres ihrer Bestimmung übergeben wurden.
Katholische Pfarrkirche Kronung Mariae
Auf einer Anhöhe oberhalb des A.Salzer-Platzes steht der einschiffige, ursprünglich gotische Bau im Kirchhof, der von einer mittelalterlichen Wehrmauer eingefasst ist.
Anstelle des heutigen Baues stand eine um 741 errichtete St.-Willibald-Kirche (Holzkirche). Ein zweiter Kirchenbau (romanisch) fällt aufgrund einer Inschrift im Triumphbogen der heutigen Kirche in das Jahr 1077. Die Erbauungszeit einer gotischen Kirche kann nicht genau festgestellt werden. Im Zuge einer großen Innenrenovierung 1959 wurde im Bogenfeld über dem gotischen Südportal ein Fresko aus dem Ende des 14. Jahrhunderts (um 1390) entdeckt.
Die im Jahr 1683 zerstörte Kirche wurde 1691 unter Verwendung gotischen Mauerwerks von dem Baumeister Zacharias Gundian wieder aufgebaut. Der dreiseitig freistehende steinerne Turm wurde neu errichtet. 1696 wurde das Innere der Kirche neu gestaltet. Der Hochaltar war noch dem Hl. Willibald geweiht. Im Visitationsbericht des Jahres 1713 wurde zum ersten Mal die Weihe der Pfarrkirche zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit erwähnt. Die neuerliche Änderung des Marzer Patroziniums in "Mariae Krönung" geschah erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bis 1898 bestand noch der Dreifaltigskeitstitel.
Der kostbare Hochaltar stammt aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts. Die Darstellung auf dem Hochaltarbild aus dem Jahr 1802 zeigt die Heiligste Dreifaltigkeit bei der Krönung Mariens zur Königin des Himmels und der Erde. Der Aufbau des Altares ist spätbarock, mit mächtigen Säulen und großen Engelsfiguren auf den Gebälkkröpfen. Zu beiden Seiten des Altarblattes stehen die vergoldeten Figuren des Hl. Joachim und der Hl. Anna, auf freistehenden runden Podesten die Gestalten der Apostel Petrus und Paulus. Die Kanzel wurde 1690 von Zacharias Gundian gestiftet. Der fünfseitige Korb ist mit gedrehtenkorinthischen Säulchen besetzt und mit vergoldeten Relieffiguren der Evangelistensymbole und dem Gundian-Wappen geschmückt. Bemerkenswert ist der fünfseitige Schalldeckel, auf seiner Kuppel trägt ein Löwe auf seinem Kopf eine Weltkugel mit der Maria Immakulata. Das große Kruzifix mit gotisierendem Körper über dem Eingang in die Willibaldkapelle stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Kypta unter dem Sanktuarium (Altarraum) ist heute nicht mehr zugänglich; bei der Öffnung der unterirdischen Gruft im Jahr 1934 wurden neun Särge gefunden, der Deckstein mit Inschrift war mit Zement ausgegossen. 1966-1970 wurde die imposante spätmittelalterliche Wehrmauer (15./16. Jahrhundert) freigelegt und restauriert und der Vorplatz neu gestaltet. Bei einer Außenrenovierung im Jahr 1979 wurden gotische Maßwerkfenster und mittelalterliche Baudetails entdeckt.
Johannes Nepomuk Kapelle
Der kleine Bau mit Giebelfassade, Rundbogentor und schmiedeeisernem Gitter wurde im Jahr 1767 von Johann Scheiber über einer Quelle, dem sogenannten "Heiligbrunn", der als alte Wallfahrtsstätte 1699 erwähnt ist, errichtet. Die Kapelle wurde 1772 vom Raaber Bischof geweiht; er gab die Erlaubnis, in der Kapelle jeden Sonn- und Feiertag die heilige Messe zu -feiern. Am Festtag des Hl. Johannes, am 16. Mai, wurde in der Kapelle viele Jahre hindurch eine Stiftungsmesse für den Erbauer gefeiert. Die Kapelle wurde 1996/97 außen und innen restauriert, die Quelle, über Stufen zugänglich, 1966 zugeschüttet und zugepflastert und jetzt wieder freigelegt. Der Innenraum hat einen ovalen Grundriss, ist mit Waschbetonplatten ausgepflastert und im Rokokostil gekoriert. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten entdeckte der akademische Bildhauer Mag. Ralph Kerschbaumer bisher nicht bekannte Rokokofresken, die zu den bedeutendsten des Burgenlandes zählen. Das Deckenfresko in der Kuppel zeigt in der Mitte eine Brücke mit Menschen, die den hl. Johannes in den Fluss (Moldau) werfen. Von den Wänden - alle mehrfach übermalt - wurden Kalktünchen entfernt, die originale Malerei freigelegt, aufgefrist und ergänzt. In der rundbogigen Altarnische steht unten ein konkav (nach innen) gebogener Steintisch, und darüber auf einem Podest mit Brückenrelief erhebt sich die Steinfigur des hl. Johannes Nepomuk zwischen zwei Putti. Johannes ist der Brückenheilige und Märtyrer des Beichtgeheimnisses und zählt zu den bekanntesten Heiligen. Die Brücke gilt in der christlichen Kunst als Sinnbild der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Über dem Heiligen erscheint ein vergoldeter Strahlenkranz mit Wolken und Engeln. Unterhalb des umlaufenden, vielfach profilierten Hauptgesimses zieren an beiden Seiten der Altarnische Schmuckspiralen die originalen ionischen Kapitelle der sockellosen flachen Wandpfeiler.
Die Steinrahmen des rundbogigen Portals und der seitlichen Fenster sind noch original, die Holzfenster neu. Der Diözesanbischof von Eisenstadt, Dr. Paul Iby, weihte im Rahmen der Kanonischen Visitation am 21. Juni 1997 die restaurierte Kapelle.
Florianikapelle
Der kleine Giebelbau mit spitzbogiger Öffnung und Satteldach wurde 1936 vom Ehepaar Tasch gestiftet, und zwar als Ersatz für eine ältere Florinaisäule, die einst auf dem freien Platz an der Stelle der neuen Schule stand und die im Ortsplan von 1857 eingezeichnet war.
Rotes Kreuz
Es stand früher an der Straße von Marz nach Mattersburg. In einem rhomboidförmigen Holzgehäuse mit Dach hängt ein schlanker hölzerner Korpus an einem alten Balkenkreuz. Es wurde 1683 urkundlich erwähnt, 1959 restauriert und in die Z.Gundian-Straße versetzt. Heute steht das Rote Kreuz im Friedhof an der Rückwand der Bestattungshalle.
Radkreuz
Es ist vermutlich das älteste Steinkreuz des Burgenlandes. Ursprünglich stand es auf einer Böschung an der Straße nach Mattersburg und wurde von den Marzern als "Türkenkreuz" bezeichnet. Heute steht es vor dem Pfarrheim auf dem A.Salzer-Platz.
Das Maltesterkreuz auf -radförmigem Feld mit einem mächtigen dreiseitigen Sockel (unter der Erde) ist ein mittelalterliches Gemarkungs- oder Sühnekreuz. 1988 restauriert.
Weisses Kreuz
Das Gusssteinkreuz mit trauernder Maria steht in der Hauptstraße am Ortsausgang nach Sieggraben. Es wurde 1909 von Josef und Elisabeth Ochs gestiftet und wahrscheinlich vom Steinmetz Mechle aus Ödenburg gesetzt.
Lichtsäule
Die Säule stand früher "bei den Beeten" auf dem Weg nach "Klettendorf" und wurde 1969 auf den A.Salzer-Platz versetzt. Die gotische, im ganzen Burgenland einzige Säule, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Auf einem Würfelsockel sitzt ein sechsseitiger Pfeiler, der in eine spiralenförmige Säule übergeht.
Sie trägt auf einer vierseitigen Platte das Lichthäuschen (vorne offen), das in einen gedrehten Kegelstumpf nach oben ausläuft. Die beiden äußeren Seiten des Lichthäuschens zeigen Wappenschilder, die mit Pflugscharen und Hirtenhörnern verziert sind.
Pestsäule
Die Mariensäule stand ursprünglich auf dem alten Hauptplatz gegenüber der ehemaligen Gemeindekanzlei und wurde im Zuge der Neugestaltung des Platzes vor der Kirche 1968 auf den Ambrosius Salzer-Platz versetzt.
Sie ist wahrscheinlich nach der Pestepidemie 1713 gestiftet worden. Restaurierung 1988. Auf dem Vierkantsockel befindet sich eine Reliefdarstellung des Hl. Kajetan. Auf einer Deckplatte - links der Hl. Sebastian und rechts der Hl. Rochus - steht in der Mitte eine hohe korinthische Säule mit der Figur des Eisenstädter Gnadenbildes. An der Hinterseite des Sockels ist die Stiftungsinschrift festgehalten.
Dreifaltigkeitssäule
Standort ist der Garten der einstigen Rimpflmühle. Sie besteht aus einer schlanken barocken Steinsäule und einem ionischen Kapitell mit Cherubskopf (Engelskopf mit Flügeln und verschiedenen Früchten), auf dem der Gnadenstuhl aufsitzt. Ein ovales Zierstück unterhalb des Kapitells enthält die Inschrift "EX VOTO 1723 MHM" (ex voto - aufgrund eines Gelübdes).
Donatisäule
Die Säule befindet sich am Westhang des Marzer Kogels in der Gundenau und stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Blitzheilige in römischer Soldatentracht kniet auf einer profilierten Deckplatte über einem vierkantigen Steinpfeiler. Restauriert 1934. Die Steinsäule ist von einem Bestonsockel mit Lanzengitter umrahmt. Letzte Restaurierung 1958.
Kriegerdenkmal
Das Denkmal - heute neben der Kirchenstiege - stand früher vor der alten Gemeindekanzlei und wurde am 24. Mai 1920 enthüllt und eingeweiht. Bei dieser Feier hielt der aus Marz gebürtige Ödenburger Bürgermeister Dr. Michael Thurner die Festansprache. Am 17. Juni 1954 wurde das umgestaltete Kriegerdenkmal - die Namen der Opfer des Zweiten Weltkrieges kamen dazu - abermals eingeweiht.
Heroldmühle
Der Gebäudekomplex am Zusammenfluss von Marzer- und Klettenbach wird in den Visitationen des 17. Jahrhunderts erwähnt. Die 1777 erbaute Mühle wurde 1843 um einen Wohn- und Wirtschaftstrakt erweitert. Um 1919 erfolgte ein Umbau des Wohngebäudes. Die Mühle weist Gebäudeteile und Räume mit baugeschichtlichen und bautechnischen Feinheiten auf: Steingewändeportale, Rundbogenfenster, Doppelfenster mit Steingewände und Steckgitter, schmiedeeiserne Fensterläden und beschlagene Eisentüren mit Kreuzbändern und Rosetten. Im Inneren des Mühlengebäudes befindet sich ein hoher, weiter Raum unter offenem Dachstuhl mit Arbeitsbühnen, dem ehemaligen Mahlwerk und einem offenen Kamin. Der Raum wurde 1970 freigelegt.
Die "Herold-Mühle" wurde 1972 restauriert und ergänzt; 1984 richtete der Wiener Tierschutzverein einen "Gnadenhof für Tiere" ein. Dieser wurde im Frühjahr 2006 geschlossen und ist nun in Privatbesitz.
